Heaven leidet unter einer Erbkrankheit namens PDA, persistierender ductus arteriosus botalli.
Die gute Nachricht: Früh erkannt, gehört diese Fehlbildung im Herzbereich zu den Herzerkrankungen, die komplett und ohne Nachwirkungen durch eine Operation geheilt werden können.
Heaven hatte doppeltes Glück: Zum einen einen kompetenten Tierarzt, der die Krankheit früh, also vor Eintritt von Schädigungen, diagnostizierte. Zum anderen eine Züchterin, die die extrem hohen OP-Kosten ( 2.700,00 Euro) nicht scheute, um ihm ein beschwerdefreies Leben zu ermöglichen.
Betroffen von dieser Krankheit, die ich nachfolgens kurz beschreiben möchte, war nicht nur Heaven, sondern auch sein Bruder Sky. Auch er wurde operiert. Die anderen Wurfgeschwister blieben verschont.
Bis jetzt ist das Gen, auf dem sich der Defekt befindet, nicht bestimmt. Unklar ist deshalb, wie die Vererbung erfolgt. Sicher ist lediglich, dass mit Heaven und seinem Bruder nicht gezüchtet werden darf.
Der persistierende Ductus arteriosus botalli (PDA) gehört mit der Subaortenstenose und der Pulmonalstenose zu den 3 häufigsten kongenitalen (angeborenen) Herzerkrankungen beim Hund. Diese fehlerhafte Verbindung von der Hauptschlagader (Aorta) mit der Lungenschlagader (Pulmonalarterie) stammt ursprünglich von einem Überrest der Kreislaufsituation im Mutterleib.
Da das ungeborene Tier (oder Mensch) noch nicht atmet, muß auch seine Lunge noch nicht durchblutet werden. Das Blut aus der rechten Herzkammer wird daher über den PDA in die Hauptschlagader und somit in den Körper umgeleitet, damit es nicht unnötigerweise in die Lunge fließt. Nach der Geburt verschließt sich dieser PDA normalerweise spontan. Bei wenigen Tieren verbleibt diese Verbindung auch noch nach der Geburt bestehen.

PDA's können bei allen Rassen vorkommen. Besonders häufig betroffene Rassen sind u.a. auch Sheltie und Collie.
Die Flußrichtung des Blutes im PDA ist nach der Geburt des Tieres jedoch umgekehrt als noch im Mutterleib. Das sauerstoffreiche Blut fließt über den PDA gleich noch einmal über die Lungenschlagader in die Lunge, da nach der Geburt der Druck in der Hauptschlagader höher als in der Lungenschlagader ist. Das sauerstoffverbrauchte Blut aus der rechten Herzkammer mischt sich mit dem sauerstoffreichen Blut aus der Hauptschlagader in der Lungenschlagader.
Ein PDA führt somit zu einer zu starken Lungendurchblutung. Auf Dauer führt dies zu einer Überlastung des Herzens, was zu einer Herzschwäche führen kann. Durch den hohen Blutdruck in den Lungengefäßen besteht die Gefahr von irreparablen Schäden an den Lungengefäßen, es kann dann zu einer pulmonalen Hypertonie (Hochdruck in den Lungegefäßen) kommen, wodurch sich auch die Richtung des Blutflusses ändern kann. Dies ist besonders deshalb problematisch, da nun der Defekt nicht mehr behoben werden kann.
Obwohl manche Hunde mit einem PDA (= persistierender Ductus Arteriosus) jahrelang mehr oder weniger beschwerdefrei leben können, entwickeln die meisten unbehandelten Hunden früher oder später ein Herzversagen und sterben oft schon in jungen Jahren. Deswegen ist ein Eingriff in jedem Fall empfohlen, und zwar besser früher als später, bevor sich bereits Folgeschäden am Herzen gebildet haben.
Wie schon oben erwähnt, sollte ein PDA verschlossen werden, und zwar besser früher als später, bevor sich bereits Folgeschäden am Herzen gebildet haben.Während bis vor kurzem die einzige Behandlungsmöglichkeit eine Operation am offenen Brustkorb war, kann heute dieser Defekt oft mittels Katheter verschlossen werden. Dabei wird ein Katheter durch die Arterie an der Schenkelinnenseite zum Herzen vorgeschoben. Dies ist das von uns durchgeführte und empfohlene Verfahren, da es wesentlich weniger invasiv als ein chirurgischer Verschluß ist und eine geringere Komplikationsrate hat.
Und genau das ist bei Heaven und Sky gemacht worden. Man sieht keine Narbe, nur einen kleinen roten Punkt ( und etwas geschorenes Fell). Kaum zu glauben, dass das alles ist. Bei Heaven und Sky ist noch mal alles gutgegangen und wir sind sehr guter Hoffnung, dass die Brüder genauso lange leben wie andere Shelties.
Es war sicher kein leichter Start für die beiden! Aber anzumerken ist ihnen die schwere OP überhaupt nicht. Als ich mit Frau Freitag, ihrer Tochter und Nina in den Behandlungsraum kam, um sie abzuholen, tobten sie wild und sichtlich unbeeindruckt durch den Raum. Von Scheu keine Spur. Im Gegenteil: Nina wurde sehr herzlich von Heaven begrüßt ( Mega-Ablecken) und natürlich sofort ins Herz geschlossen. Die Operation wurde in der Universitätsklinik Giessen vorgenommen, die Spezialisten auf diesem Gebiet sind. In drei Monaten geht es noch mal zur Kontrolle dorthin, den Weg kenne ich ja jetzt.
Ich bin allen Beteiligten dankbar!
Hier Heaven 1 Woche nach der OP:

Ergebnis der Kontrolle am 20. November 2009: alles ok, Juchu!!
