Großes Sheltieforumstreffen im Harz vom 13.08.10 bis 15.08.10 – ein Erlebnisbericht
von Susanne Thomas

Freitag, der 13. August 2010, 10.15 Uhr
Juchhu! Ich sitze im Auto, meine Shelties Mio und Heaven liegen in der Reisebox auf der Rückbank, der Kofferraum ist voll mit Hundefutter, Hundekörbchen, Regensachen, Leinen und Geschirren und ein paar Klamotten für mich. Neben mir ein Korb mit etlichen Flaschen Cola-Light, Schokoladen-Kuchen, Keksen und Gummibärchen. Es ist soweit: Wir fahren von Langenfeld ( zwischen Köln und Düsseldorf ) nach Wieda im Harz, zum großen Sheltieforumstreffen. Für die Leser, die sich nicht so häufig im Internet aufhalten: Im Sheltieforum tauschen sich Liebhaber der Rasse über ihre Hunde und gefühlte 1000 andere Themen aus. Da in der letzten Zeit immer mehr regionale Treffen von Hunden und Haltern über das Forum vereinbart wurden, kam im September 2009 die Idee auf, doch mal ein deutschlandweites Treffen auf die Beine zu stellen. Ein Jahr Planung, verbunden mit täglichem virtuellem Geplapper (Ist ein Toillettenwagen erforderlich? Dürfen läufige Hündinnen teilnehmen? Falls ja, wie sollen die frechen Rüden in Schach gehalten werden? Wo bekommen wir was zu essen her? Wer schläft wo? Sollen wir eine Rallye veranstalten? Oder Agility?), liegt hinter den vielen sheltiesüchtigen Forumsmitgliedern, die sich nun von allen Teilen Deutschlands und von einem Teil Niederösterreichs auf nach dem Ort machen, der in die Geschichte der Sheltietreffen eingehen wird: Wieda! Und ich bin dabei, was für ein Gefühl! Mal ohne Mann und Kind, einfach nur mit den zwei süßesten Shelties der Welt und einem leckeren Schoko-Kuchen unterwegs, was will Frau mehr? Okay, meine Hochstimmung wird ein wenig getrübt, als ich in Höhe des Kasseler Kreuzes nicht so richtig entscheiden kann, welche Autobahn ich nun nehmen soll. Laut Navigationsgerät soll ich unbedingt auf der A7 bleiben. Laut meinem Mann am Handy soll ich auf keinen Fall auf der A7 bleiben, sondern unbedingt auf die A38 wechseln. Leichte Panik kommt auf, eigentlich hat das Navi immer recht…….ich nehme die A 38! Liebe Leser, wer von Ihnen hat schon einmal die A38 befahren? Nur derjenige, der das getan hat, kann in etwa das Gefühl nachempfinden, das mich in diesem Augenblick beherrscht: Totale Verlassenheit! Endlose Weiten ohne Ortschaften! Keine Autos außer mir unterwegs. Das Schlimmste: Keine Ausfahrt. Und das Allerschlimmste: Das Navigationsgerät beschließt sich nun nicht mehr auszukennen. Ich meine: Wo es Recht hat, hat es Recht. Es hat mir ganz klar zu verstehen gegeben, dass ich auf keinen Fall auf die A38 wechseln soll. Plötzlich ein Schild: Willkommen in Thüringen! Toll, was mache ich in Thüringen? An allem ist mein Mann schuld, den mache ich jetzt zur Schnecke! Ja, wenn das Handy Empfang hätte….hätte ich das gemacht, was der wieder für ein Glück hat. Ich beschließe, die nächste Abfahrt zu nehmen. Nach tausenden von Kilometern, während derer ich meine Fahrt in den Harz verfluche und eigentlich nur wieder nach Hause will: Ein Abfahrtsschild: Breitenborvis! Endlich runter von dieser Autobahn ins Nirgendwo. Doch ich merke schnell, dass mich das nicht wirklich weiterbringt: Weder das Navi noch das Handy funktionieren und ich kurve nun statt auf einer breiten verlassenen Autobahn auf engen verlassenen Landstraßen durch die Gegend. Heaven hinten in seiner Box fängt an zu hecheln, Mio steht auf, beide schauen mich unglücklich an.
Mist, ich muss anhalten, die armen Hunde müssen raus. Also biege ich auf einen –wie könnte es auch anders sein – einsamen Feldweg ein und befreie die Hunde aus ihrem Gefängnis. Erleichtert schnüffeln sie auf dem Weg herum und bekommen von mir erst mal was zu trinken. Ich könnte nur heulen: Ich hab keine Ahnung, wo ich bin! Warum tue ich mir so was an? Lange Rede, kurzer Sinn: Nach einer Stunde wilder Rumkurverei im Niemandsland (die ich in meinem Leben nie vergessen werde) komme ich in den ersten Ort. Hier habe ich wieder Handy-Empfang und mein Mann, der dachte, ich sei schon seit langer Zeit angekommen, weist mir den Weg nach Bad Sachsa ( hier befindet sich meine Unterkunft ). Sein Kommentar: “Ist doch schön, hast Du mal richtig was gesehen von der Gegend!“ Na toll.
Freitag, der 13. August 2010, 16.45 Uhr
In Bad Sachsa angekommen, steuere ich Gelpkes Mühle an, unsere Unterkunft für die nächsten zwei Tage. Von außen sieht sie sehr einladend aus, Fachwerk und ein großer Park direkt auf der anderen Straßenseite. Es ist kein anderes Forenmitglied zu sehen, klar, die sind ja alle schon seit Stunden da und bereits auf dem von Nina, der Hauptorganisatorin des Treffens, angemieteten Hundeplatz, und klönen und grillen. Herr Gelpke, sehr distinguiert und höflich, führt mich und die Hunde zu unserem Zimmer im 2. Stock. Ich bin beladen mit einer Tasche und zwei Hundekörbchen. Auf dem Weg dorthin versucht Heaven mehrmals, die Wand zu markieren, ich kann es gerade noch abwenden, gebe aber Töne von mir, die Herrn Gelpke immer wieder auf seinem Weg innehalten lassen. Mich kann nichts mehr schocken (dachte ich….). Schweißüberströmt und nur den Wunsch habend, endlich alle Sachen und Hunde irgendwohin schmeißen zu dürfen, stehe ich in der Tür zu unserem Zimmer: Erst einmal sehe ich nur Fernseher, riesig, braun, Saba. Davor ein dazu passender Fernsehsessel, in braun-grünen Tönen. Im Hintergrund ein schmales Bett. Ok, irgendwie hat es was! Das ist Harz pur, so muss es sein. Ich danke Herrn Gelpke, der sich erleichtert zurückzieht (er hat bestimmt nicht oft mit so chaotischen, völlig fertigen, vollbeladenen, markierende Hunde hinter sich herziehenden Frauen zu tun…) und lasse mich in den rustikalen Sessel fallen. Am liebsten würde ich jetzt den Fernseher anstellen und den Schokoladenkuchen bei einer leckeren Cola verspeisen. Doch zwei tief-dunkelbraune treue Augenpaare blicken mich vorwurfsvoll an: Wir haben Hunger! Wir wollen spazieren gehen! Ok, also wieder raus aus dem Sessel, Hunde füttern und hin zum Auto. Ich beschließe, direkt zum Hundeplatz zu fahren. Die Hunde schauen mich entgeistert an: Schon wieder ins Auto???? Aber es muss sein, Navi wieder an, es zeigt eine Weglänge von 6 km, okay, das schaffen wir noch. Aber ehrlich: Ich fühle mich so fertig, wie schon lange nicht mehr!
Freitag, der 13. August 17.45 Uhr
Ich kann es kaum glauben: Da steht er: Der vieldiskutierte Toillettenwagen! Ich parke direkt daneben, erlöse die Hunde und gehe mit ihnen auf den Hundeplatz zu. Ja, dass dort Shelties sind, ist wirklich nicht zu überhören. Unser Motto: „Im Harz wird gebellt“ macht sich selbst alle Ehre. Der Hundeplatz sieht toll aus, riesig groß und komplett eingezäunt.
Überall stehen Bänke und Tische, an denen viele Leute sitzen. Erstes Problem: Wie komme ich auf den Platz? Das Törchen wird von gefühlten 20.000 laut kläffenden Shelties belagert. Ok, Augen zu und durch.

Heaven und Mio sind sofort verschwunden und ich steuere den nächstbesten Tisch an. In dem Moment, als ich den bereits aufgebauten Grill sehe, fällt mir was sehr Entscheidendes ein: Ich habe nichts, aber auch gar nichts zu essen dabei. Aber wann hätte ich auch noch einkaufen sollen? Ok, erst mal Fories begrüßen. Sofort erkenne ich Jana mit ihrem super-süßen Sheltiemädchen Lyra und ihrer Schwester Madu (noch ohne Sheltie), die ihre Mama Claudia mit Sheltie-Welpie Mila (wie Lyra von den Owltown-Shelties) im Schlepptau haben. Züchterin Michaela, die ich auf einer Ausstellung in Magdeburg kennengelernt habe und die viele Fories gerne getroffen hätten, musste wegen Läufigkeitsalarm ihrer Hündinnen leider zu Hause bleiben. Daneben sitzt Julia, mir bekannt nur von Bildern im Forum, mit den Sheltiemädels Kiss und Banshee (beide Shelties from Spirit of Shetland). Julia hat sich auch an der Organisation des Treffens beteiligt und richtet am Samstag das Foren-Agi-Turnier aus. Ja, und dann ist da noch Janina mit den Shelties Spunky und Goya, die ich dummerweise nicht sofort erkenne, obwohl ich sie vor einem Jahr auf dem dog-day in Düsseldorf kennengelernt habe. Und mit ihr hatte das ganze Forum gezittert, als Spunky einer schweren Vergiftung wegen um sein Leben kämpfte. Und jetzt sitzt der wunderschöne blue-merle Rüde lustig unter dem Tisch und grinst mich an. Klasse! Janina verzeiht mir. Und noch mehr: Bietet mir sogar zwei ihrer köstlichen, wunderbaren Würstchen an. Ich glaube, ich habe noch nie so gute Würstchen gegessen, danke noch mal an dieser Stelle. Ingrid kommt mit ihrer Vierer-Bande: Bincy, Bellana, Fame und Chicco, einer schöner als der andere. Es ist toll, die Hunde, die man nur von Erzählungen und Bildern kennt, nun auch mal live zu erleben. Ich muss jetzt endlich mal mein A38 Desaster loswerden und quatsche Julias Freund voll, der mir ganz lieb zuhört und sogar Mitleid zeigt. Hatte ich mich tatsächlich vor nicht allzu langer Zeit gefragt, warum ich mir die Reise in den Harz antue? Jetzt sind alle Zweifel wie weggewischt, die vielen Shelties, Forenmitglieder, die tollen Gespräche und die schöne Umgebung lassen mich alle Strapazen schnell vergessen.

Freitag, der 13. August 20.00 Uhr
Die Mühlenbewohner beschließen aufzubrechen. Janina hat angekündigt, Spunky`s Genesung mit zwei Flaschen Sekt feiern zu wollen. Ich bin zwar völlig müde, aber Feiern geht immer. Im Zimmer angekommen, werden erst mal die Hunde gefüttert. Beide sind ebenfalls völlig erschlagen, und ein bisschen habe ich ein schlechtes Gewissen, sie jetzt schon wieder aus unserem behaglichen Fernsehzimmer jagen zu müssen. Aber wann werden wir schon wieder mal im Harz sein, mit so vielen Forenmitgliedern und ihren Hunden? Also raus, schlafen können wir später. Auf dem Flur im ersten Stock steht eine gemütliche Sitzgruppe mit drei Korbstühlen. Janina und ich machen es uns mit unseren vier Shelties (2 x blue merle und 2 x zobel) gemütlich.
Es dauert nicht lange, da kommt Marie mit ihrem wunderschönen (aber frechen!) Ajax und Sabrina mit der zuckersüßen Whitney. Die Rüden brummen etwas herum, wird ja schon recht eng im Sitzgruppenbereich, aber wir haben alles unter Kontrolle. Gut, dass ich so viele Pappbecher mitgenommen habe, denn nach und nach trudeln immer mehr Mädels mit Shelties ein (tatsächlich ist kein männliches Wesen unter den menschlichen Mühlenbewohnern). Erst kommen Jana, Madu und Claudia, dann Beate mit Colin und Conny ohne Hunde. Treppe und Fußboden werden bevölkert, der Sekt fließt, alle freuen sich über Spunky, der zufrieden neben Goya schläft. Es wird gequatscht, gelacht, gelästert (von letzterem aber nur ein bisschen: Sheltiebesitzerinnen sind halt auch nur Frauen, aber dafür ganz liebe, wie Shelties eben). Ich muss so lachen, dass meine Augen tränen (nur soviel: Es geht dabei um den Toillettenwagen…). Wir fühlen uns wohl und lernen uns ein bisschen mehr kennen.
Als ich später mit meinen müden Hunden in meinem schmalen Bettchen liege, überlege ich, warum sich Sheltiebesitzer eigentlich immer so gut verstehen. Bis auf ganz wenige Ausnahmen stimmt die Chemie so gut wie immer. Über diese Überlegungen schlafe ich schließlich ein.
Samstag, der 14. August 2010, 5.45 Uhr
Heaven steht wedelnd vor meinem Bett und hechelt, toll. Ich schaue zum Fenster, es ist tatsächlich schon hell und die Sonne kommt langsam hervor. Ich gebe es zu: Mein Kopf ist ein bisschen schwer…..nichtsdestotrotz: Raus aus den Federn, es geht nichts über einen erfrischenden Morgenspaziergang! Ja ja, durchschaut: Natürlich bin ich nicht der Typ, der glücklich aus dem Bett springt, um dann frisch und frohgelaunt durch die Landschaft zu laufen. Also quäle ich mich aus dem Bett und ziehe mich mühselig an. Haare kämmen ist zu anstrengend, also Käppchen auf. Leise stehlen wir uns durch die Mühlenflure und schaffen es auch fast, keinen aufzuwecken. Fast. Whitney hört uns und wufft, Heaven muss antworten und bellt laut. Schnell raus! Auf dem Parkplatz treffe ich Janina mit Spunky und Goya und wir brechen zu sechst auf in den gegenüberliegenden Kurpark. Die Hunde flitzen umher und wir genießen die morgendliche Ruhe. Der kleine See liegt glitzernd vor uns, ein wunderschöner Spaziergang.
Samstag, der 14. August 2010, 7.45 Uhr
Es haben sich schon eine ganze Menge Forenmitglieder mit ihren Shelties im Frühstückssaal der Mühle (ganz süßes 50iger Jahre-Flair) eingefunden, als wir kommen. Erst einmal singen wir für Jana, die heute Geburtstag feiert, ein Ständchen. Heaven ist außer Rand und Band, die vielen anderen Hunde sind auch zu aufregend. Schnell setze ich mich zu Janina und Sabrina an einen Tisch. Während alle (!) anderen Hunde brav unter den Tischen liegen, rast Heaven an der Leine herum, kläfft und hechelt. Besonders beeindruckend: Die drei Shelties von Conny, Krümel (unser Titelbild), Jazz und Joey liegen bewegungslos im Platz vor dem Tisch. Darauf angesprochen meint Conny: „Das ist doch selbstverständlich, ich möchte sie doch mit in Restaurants nehmen und in Ruhe essen.“ Von einem ruhigen Essen kann ich nur träumen. Gerade als ich mir überlege, dass es schlimmer nicht mehr kommen kann, sehe ich einen kleinen Fleck in der Mitte des Raumes. Und als ob ich es vorausgeahnt hätte, hechtet Heaven an der Leine zu eben diesem Fleck und…….hebt sein Bein!!!!I Ich bin wie gelähmt, sehe alles in Zeitlupe. Die anderen Fories, Herrn Gelpke, der sich mit einer Kanne Kaffee nähert und Heaven, der stolz seine Fleckvergrößerung betrachtet. Ich bin mir sicher, dass die Gespräche für den Augenblick der Tat verstummt waren. Jeder hat es gesehen. Vor Scham weiß ich nicht, wohin mit uns. In diesem Augenblick stürmt Tico, Heavens Brüderchen, den Raum, Andrea, Janina und Kira im Schlepptau. Die Brüder begrüßen sich wild, während ich angestrengt überlege, ob ich Herrn Gelpke direkt auf die Tat ansprechen oder lieber Stillschweigen bewahren und bei Abreise ein großzügiges Trinkgeld gewähren sollte soll. Ich entscheide mich für Letzteres. Die Vorstellung, wie Herr Gelpke, womöglich auf Knien, den Fleck vor den vorwurfsvollen, auf mich gerichteten Augen aller entfernt, ist zu schrecklich. Ich begrüße Andrea und Töchter und stehle mich mit den Hunden so unbemerkt wie möglich aus dem Frühstücksraum. Ich habe Hunger! Gestern nur zwei Würstchen und heute noch nicht einmal ein klitzekleiner Biss in ein goldgelbes Brötchen. Heaven wedelt mich an und schaut süß. Ich liebe ihn sehr.
Samstag, der 14. August 2010, 10.00Uhr
Wir sind wieder auf dem Hundeplatz. Die Sonne strahlt vom Himmel, ein traumhafter Tag. So viele wunderschöne Shelties aller Farben und Größen habe ich noch nie gesehen. Wie sich später herausstellt, waren am Samstag tatsächlich 78 Hunde und 72 Menschen anwesend. Überall stehen Forenmitglieder, fachsimpeln, fotografieren oder klönen. Ein beeindruckendes Bild! Nina und einige andere Mitglieder haben eine Rallye vorbereitet, an der die meisten Fories teilnehmen. Einige aktiv, andere als Streckenposten. Die Gruppen starten zeitlich versetzt. Ich bin mit Mio und Heaven der Gruppe 5 zugeteilt. Mit dabei: Janina mit Spunky und Goya, Mandana mit Anakin, Annette mit Penelope, Sidney, Annie und Willow, Corinna mit Robin und Kira, Christiane mit Jess und Rico, sowie Petra mit Connor und Alex. Ich nehme es gleich vorweg: Wir gehören nicht zu den Besten. Zwar finden wir die roten Schleifen, die in den Bäumen versteckt sind, recht schnell (dank Janina); die im nahen Umkreis verborgene Fotodose, die es aufzuspüren gilt, leider nur einmal. Und den Weg entdecken wir an Hand der Fotos, die Nina von den Kreuzungen gefertigt hat, eigentlich auch zügig. Na gut, einmal verlaufen wir uns. Aber dafür ist Gruppe 6, die bedrohlich nah hinter uns ist, den falschen Weg mitgelaufen. Herdentrieb nennt man so was, glaube ich. Am Streckenposten, der mit Ingrid, Sabine und Anne besetzt ist, spielen wir Tabu und erraten 10 Begriffe. Darauf sind wir zu Recht sehr stolz! Wir haben viel gelacht, und wenn wir auch nicht so gut abgeschnitten haben, hatten wir alle großen Spaß. Gewonnen hat letztendlich Gruppe 4, bestehend aus: Jana, Madu, Claudia, Franzi (von Jody), Uli, Joachim, und Holger.
Wieder zurück am Hundeplatz müssen wir uns erst mal erholen. Die Hunde toben währenddessen über den geräumigen Platz. Plötzlich meldet sich mein Handy, Petra, die Frau von Wolfgang (Redakteur dieser Zeitung) ist dran. Sie ist außer sich vor Freude: Orchidee, ihre Hündin, die vor 6 Wochen in Kitzingen entlaufen ist und seitdem verzweifelt gesucht wird, ist gefunden worden (vgl. Bericht in dieser Ausgabe)! Vielen Forumsmitgliedern ist die Geschichte bekannt. Sie haben mitgefiebert, mitgelitten und versucht, Trost zu spenden. Entsprechend groß ist die Freude auf dem Platz, als ich die frohe Nachricht mitteile. Orchidees Odyssee ist beendet, diese Nachricht ist wirklich das I-Tüpfelchen eines tollen Tages.
Samstag, der 14. August 2010, 14 Uhr
Mio und Heaven sind völlig müde. Ich gebe zu: Ich auch ein bisschen. Ich beschließe deshalb, ein Stündchen in die Mühle zu fahren, um den Hunden auch mal eine Auszeit zu gewähren. Sabrina und Whitney sowie Janina mit ihren Hunden finden die Idee gut und kommen mit. Die Hunde legen sich in unserem Zimmer sofort in ihre Körbchen und schlafen schnell ein. Ich nutze die freie Zeit und telefoniere mal ausgiebig mit meinem Mann (hab ihm die Geschichte mit der A38 zwischenzeitlich verziehen) und meiner Tochter.

Samstag, der 14. August 2010, 16 Uhr
Zurückgekehrt bekomme ich gerade noch den Start des von Julia organisierten Fun-Agility-Turniers mit. Das ebenfalls zuvor durchgeführte Hunderennen habe ich leider verpasst und kann dazu nichts berichten. Klasse, wie die kleinen Sheltie-Tiere über die Hürden und durch die Tunnel preschen. Die kleine blaue Wendy fasziniert mich ganz besonders. Hier die Ergebnisse:
Beginner Small:
1. Corinna & Robin
2. Sybille & Happy
Beginner Medium:
1. Steffi & Gracie
2. Pepe & Jill
Advanced Small:
1.Nicola & Amy
2. Anette Willow
Advanced Medium:
1. Anette & Sydney
2. Franzi & Jody (Border)
3. Jule & Banshee
Samstag, der 14. August, 18 Uhr
Die Hunde sind völlig fertig und wir beschließen, einen Entspannungsspaziergang im kleinen Kreis zu machen. Die „Entspannung“ sieht dann zunächst mal so aus, dass plötzlich Heaven, Spunky, Goya und Mio mit lautem Gekläff übereinander herfallen. Tico war auch noch dabei, beteiligte sich aber nicht an der wilden Rauferei. Wir sind alle total erschrocken. Kann es sein, dass die Hunde genug haben? Wir beachten die Jungs nicht weiter und die Lage entspannt sich. Am nahe gelegenen kleinen, sehr idyllischen See lassen dann alle ihr Macho-Gehabe fallen und tollen gemeinsam durchs Wasser. Wir genießen ihr wunderschönes Spiel mit den typischen sheltie-eleganten Bewegungen. Auch wir Menschen kommen nun zur Ruhe.

Samstag, der 14. August 19.00 Uhr
Die Mühlenbewohner haben Hunger! Wir entscheiden uns dafür, im Garten der Mühle ein kleines Resteessen zu veranstalten. Claudia und Madu sind ganz wild auf Süßes und ich hole meinen Schokokuchen und Kekse. Beides vertilgen wir in Windeseile. Dabei vergessen wir ganz das Geburtstagskind Jana, die leider erst zu uns stößt, als nur noch Krümel vom Kuchen übrig sind. Sie erhält als Trost den letzten Keks. Leider ist der Weißwein, den ich von Zuhause mitgebracht habe, ungenießbar. Wo haben wir den bloß her? Ich ärgere mich und beschließe insgeheim, für das nächste Treffen genug trinkbaren Wein zu besorgen. Versprochen.
Samstag, der 14. August 21.30 Uhr
Wir sind alle müde. Nach einem letzten Spaziergang im Kurpark um den See verschwinden die Mühlenbewohner mit ihren Hunden in den Zimmern. Ich bin sicher, dass sich hier noch viele lustige Sachen ereignen, aber da bekomme ich nichts mehr von mit. Mit einem Hund an den Füßen und einem auf dem Bauch schlafe ich sofort ein.
Sonntag, der 15. August 2010, 8.00 Uhr
Ich frühstücke ausgiebig! Diesmal bin ich schlau und lasse Heaven gemeinsam mit Brüderchen Tico im Zimmer. Noch so ein Desaster-Frühstück wie gestern möchte ich nicht erleben! Raben-Sheltie-Mama. Kann ihren Hund nicht erziehen und lässt es ihn dann ausbaden. Egal, ich muss jetzt lecker frühstücken, ich brauch den Biss ins goldgelbe Brötchen, ich möchte nicht auf Flecke in der Zimmermitte starren. So.
Ich höre die Hunde bis ins Frühstückszimmer, lasse mich aber – äußerlich – nicht beeindrucken und tätschele stattdessen Mio, der brav zu meinen Füßen liegt. Man glaubt es kaum: Draußen regnet es. Es herrscht Aufbruchstimmung. Ich entscheide mich dafür, noch einmal mit zum Hundeplatz zu fahren, um mich von allen zu verabschieden und den Organisatoren noch einmal für das unvergessliche Wochenende zu danken. Ich bezahle die Zimmer-Rechnung (liebevoll und individuell gestaltet von Herrn Gelpke persönlich) und schleppe Gepäck und Hunde ins Auto. Zum letzten Mal der Weg von der Mühle zum Hundeplatz. Ja, ich bin ein theatralisch veranlagter Mensch. Ich parke wieder neben unserem Toillettenwagen und stelle fest, dass viele Teilnehmer noch an dem geplanten Spaziergang teilnehmen wollen. Mich zieht es jedoch nach Hause. Ich danke noch mal allen, die dazu beigetragen haben, dass unser Forumstreffen ein unvergleichliches seiner Art war, schnappe die Hunde und trete die Heimreise an. Diesmal übrigens völlig unproblematisch über die A7, Auffahrt Göttingen-West.
Fazit: Das Treffen war ein Erlebnis, ich bin froh und dankbar, so viele liebe und interessante Menschen mit ihren Shelties kennengelernt zu haben. Ich hoffe, es gibt eine Wiederholung im nächsten Jahr.
Herzliche Grüße
Eure Susanne mit Mio und Heaven

Mio, mein Schatz, meine Liebe, mein Sheltie.....